BMI Rechner

Was ist der BMI?

Der BMI (kurz für Body-Mass-Index) ist eine Maßzahl, die es ermöglichen soll, das Körpergewicht in Relation zur Körpergröße zu bewerten und bezieht die Körpermasse auf das Quadrat der Körpergröße. Er wurde bereits 1832 von Adolphe Quetelet entwickelt und wird auch Körpermasseindex (KMI), Körpermassenzahl (KMZ) oder Quetelet-Kaup-Index genannt.

Auch heute noch wird der BMI als Richtwert genutzt. Allerdings bezieht die Berechnung zahlreiche andere Faktoren nicht in das Ergebnis ein, sodass er als nur teilweise aussagekräftig gilt.

Obwohl die Berechnung für den BMI über 180 Jahre alt ist, ist der Begriff BMI erst seit 1972 populär geworden. Damals wurde er von Ancel Keys empfohlen, um das Gewicht von Populationen statistisch zu erfassen und vergleichbarer zu machen. Die Beurteilung des Gewichts einer einzelnen Person sah er hingegen nicht vor. Diese Bedeutung erhielt der BMI erst durch amerikanische Lebensversicherungen, die den BMI heranzogen, um Risiken durch Übergewicht einschätzen zu können. Kurz darauf entschloss sich auch die WHO dazu, den Body-Mass-Index zu verwenden. Die noch heute gültige Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation hat sich dabei in den letzten 20 Jahren nicht wesentlich verändert.

Wie berechne ich den BMI?

Der BMI wird berechnet, indem die Körpermasse in Kilogramm durch die Körpergröße in Metern in Quadrat geteilt wird. Das hört sich wesentlich komplizierter an, als es eigentlich ist. Angenommen, eine 1,68 m große Frau wiegt 65 Kilogramm.

Dann lautet die Berechnung:
65 / 1,68^2 = 23,03.

Der BMI wird häufig nur als Zahl ohne weitere Angaben verwendet. Tatsächlich ist der Wert jedoch in kg/m² angegeben. Im Beispiel wäre also eigentlich die Angabe „23,03 kg/m²“ richtiger.

Ist mein BMI in Ordnung?

Ein Wert wie „23,03“ ist für sich genommen natürlich wenig aussagekräftig. Deswegen gibt es zusätzliche Tabellen, in denen der BMI klassifiziert wird. Nur durch sie erhält der Wert einen Sinn und kann genutzt werden, um herauszufinden, ob jemand Normal-, Über- oder Untergewicht hat. In ihnen werden die BMI-Werte nach Alter oder Einschätzung des Gewichts aufgelistet.

Alter BMI
19-24 Jahre 19-24
25-34 Jahre 20-25
35-44 Jahre 21-26
45-54 Jahre 22-27
55-64 Jahre 23-28
>64 Jahre 24-29

Klassifikation M W

Untergewicht unter 20 unter 19
Normalgewicht 20-25 19-24
Übergewicht 25-30 24-30
Adipositas 30-40 30-40
Massive Adipositas über 40 über 40

Bei einem Wert von 23 könnte unsere fiktive Probandin nun in ihrer Altersklasse nachsehen, ob ihr BMI als gesund angesehen wird. Dies wäre in fast jeder Altersklasse der Fall. Nur wenn sie älter als 64 Jahre wäre, läge ihr BMI unter den empfohlenen Werten. Ein Blick auf die zweite Tabelle verrät, dass sie mit einem BMI von 23 Normalgewicht hat.

Dabei finden sich mehrere Tabellen, die teilweise leichte Unterschiede bei der Genauigkeit der Einteilung oder den Grenzen auftreten können. Als vermutlich bester Richtwert gilt die Tabelle der WHO. Hier ist allerdings der Nachteil, dass sie keine Trennung zwischen Geschlechtern und Altersklassen vornimmt. Dafür werden auch Über- und Untergewicht in ihrer Stärke genauer eingeschätzt und erlauben so auch eine Aussage über die gesundheitlichen Risiken.

Kategorie BMI (kg/m²)

Untergewicht
Starkes Untergewicht ≤ 16,00
Mäßiges Untergewicht 16,00–16,99
Leichtes Untergewicht 17,00–18,49

Normalgewicht
Normalgewicht 18,50–24,99

Übergewicht
Präadipositas 25,00–29,99

Adipositas
Adipositas Grad I 30,00–34,99
Adipositas Grad II 35,00–39,99
Adipositas Grad III ≥ 40,00

Ist der BMI für Kinder aussagekräftig?

Der BMI kann auch dafür genutzt werden, um herauszufinden, ob ein Kind Normalgewicht hat. Hierfür wird dieselbe Formel genutzt, die auch bei Erwachsenen angewendet wird. Allerdings wird bei Kindern bis zu zwei Jahren die Länge im Liegen und nicht die Höhe im Stehen genutzt. Das liegt daran, dass die Höhe im Stehen bis zu 0,7 cm kürzer sein kann. Bei einer geringen Körpergröße kann dies einen bedeutenden Unterschied machen.

Der errechnete BMI wird dann in Tabellen mit den durchschnittlichen Daten anderer Kinder gemessen. Die WHO veröffentlicht für diesen Zweck gleich mehrere Tabellen, die nach Alter und Geschlecht getrennt werden. (http://www.who.int/growthref/en/ unten auf der Seite sind die entsprechenden Tabellen verlinkt)

Um herauszufinden, ob ein Kind normalgewichtig ist, wird allerdings die Standardabweichung SD benötigt. Bei mehr als +1 SD gilt das Kind als übergewichtig, bei +2 SD als adipös. Es ist ebenfalls möglich, Percentilekurven zur Einschätzung heranzuziehen. Der ideale BMI liegt dann auf dem Durchschnitt der genutzten Werte. Ist der BMI des Kindes größer oder kleiner als bei 97 % seiner Altersgenossen, liegt Über- oder Untergewicht vor. Diese Art der Gewichtsklassifizierung ist Eltern aus den U-Untersuchungen bekannt.

Allerdings ist hierbei problematisch, dass die Einschätzung sich nicht an dem als gesund angenommenen Gewicht orientiert, sondern durch die Vergleichsgruppe bestimmt wird. In einer stark über- oder unterernährten Gesellschaft könnten so eigentlich gesunde BMI-Werte als gesundheitsschädlich wahrgenommen werden.
Ein weiteres Problem ist bei der Berechnung des BMI von Kindern, dass die Entwicklungsstände häufig zeitlich versetzt auftreten. So kann beispielsweise ein Kind einen Wachstumsschub wesentlich später durchmachen, als die meisten Kinder seiner Altersklasse. Der BMI-Wert würde dann trotz Normalgewicht als zu gering wirken.

Der BMI von Kindern ist also nur bedingt aussagekräftig und sollte nicht überbewertet werden. Kinder entwickeln sich unterschiedlich und nur selten so, dass Gewichtszunahme und Wachstum mit dem Durchschnitt übereinstimmen. Deswegen ist es sinnvoller, darauf zu achten, dass das Kind genug und abwechslungsreiches Essen bekommt, als zu viel Wert auf den BMI zu legen. Kinder wissen meist instinktiv, wie viel Kalorien sie tatsächlich benötigen, sodass eine gesundheitsschädliche Unterernährung bei einem ausreichenden Essensangebot fast niemals vorkommt. Solange sie früh an eine gesunde Ernährung herangeführt werden, die Wert auf Ausgewogenheit der Nährstoffe liegt, ist auch temporäres Übergewicht in der Regel kein bleibendes Problem.

Ist der BMI aussagekräftig?

Der BMI muss sich seit langem harter Kritik stellen. Das liegt auch daran, dass wesentliche Faktoren, die das Gewicht beeinflussen aber dabei nicht gesundheitsschädlich sind, nicht in die Berechnung einfließen. Ein hoher BMI muss deswegen nicht zwangsläufig etwas mit Übergewicht zu tun haben. Hohe Knochendichte, größere Schulterbreite und vor allem Muskelmasse können dazu führen, dass durch den BMI die Person in den Bereich des Übergewichts eingeordnet wird. Vor allem Kraftsportler sind von diesem Problem betroffen. Doch sogar stämmigen und kräftigen Fußballern können Gewichtsprobleme auf diese Weise ungerechtfertigt nachgesagt werden. Ausdauersportler wie Marathonläufer haben hingegen eher einen BMI, der mit Untergewicht assoziiert wird, obwohl sie körperliche topfit sind und keine Unterversorgung vorliegt.

Der BMI wird zudem gerade für jüngere Menschen als wenig aussagekräftig angesehen. Kritiker fordern sogar, ihn erst ab einem Alter von 26 Jahren zur Gewichtseinschätzung heranzuziehen. Grund dafür ist, dass der Körper dann erst völlig entwickelt ist und der BMI erst dann zuverlässig genug ist.
Der BMI sollte also immer eher als Anhaltspunkt dienen und nicht überbewertet werden.

Was kann ich tun, wenn mein BMI zu hoch ist?

Wenn der BMI zu hoch ist, sollte zuerst ausgeschlossen werden, ob der BMI nicht durch Muskelmasse „verfälscht“ wird. Menschen, die körperlich sehr aktiv sind, haben häufig kein Übergewicht mit Gesundheitsrisiko, sondern sollten nicht all zu sehr auf diesen Wert achten. Um herauszufinden, ob der hohe BMI-Wert schädlich sein kann, sollten andere Indizes wie Waist-to-height-ratio, Körperfettanteil oder ABSI herangezogen werden. Ein BMI-Wert über 30 kg/m² ist jedoch für Menschen, die keinen Kraftsport betreiben, ein gutes Anzeichen dafür, dass eine Gewichtsreduktion sinnvoll oder sogar notwendig ist, um Gesundheitsrisiken zu minimieren.

Stellen auch diese Indizes fest, dass das Gewicht Gesundheitsschäden hervorrufen kann, ist eine Ernährungsumstellung mit vermehrter körperlicher Aktivität empfehlenswert. Bei BMI-Werten über 30 sollten hierfür gelenkschonende Ausdauersportarten wie Radfahren oder Schwimmen bevorzugt werden. Von einer vorübergehenden Gewichtszunahme sollten sich Abnehmwillige allerdings nicht entmutigen lassen: Zum einen wird gerade zu Beginn vermehrt Wasser im Körper eingelagert, zum anderen kann sich die Gewichtszunahme oder fehlende Reduzierung in der Regel auf den Muskelaufbau zurückführen lassen. Besser ist es also, die Körpermaße im Auge zu behalten und den BMI erst einmal nicht weiter zu überprüfen.

Mein BMI ist zu niedrig. Was soll ich tun?

Ein zu niedriger BMI gilt ebenfalls als Gesundheitsrisiko. Dabei gilt: Je mehr der Body-Mass-Index abweicht, umso dringender ist der Handlungsbedarf. Vor allem bei einem BMI unter 17,5 kg/m² ist Vorsicht geboten. Diese Schwelle wird von Medizinern sogar dafür genutzt, Magersucht zu diagnostizieren. Wer grundlos einen niedrigen BMI hat, sollte deswegen versuchen, mit ärztlicher Hilfe zuzunehmen. Vor allem Stoffwechselerkrankungen und Lebensmittelunverträglichkeiten müssen ausgeschlossen werden. Wer Angst davor hat, zu viel zuzunehmen, kann mit Sport einen Ausgleich schaffen.

Trotz niedrigem BMI zu dick. Wie ist das möglich?

Wer einen BMI unter 19 hat, ist niemals zu dick. Hier spielt die Körperwahrnehmung den Betroffenen einen Streich. Gerade Frauen fühlen sich trotz Normal- oder sogar Untergewicht häufig als zu dick. Das liegt jedoch hauptsächlich an den unrealistischen Schönheitsidealen, die durch die Medien verbreitet werden. Es ist deswegen wichtig, diese Ideale sachlicher einschätzen zu lernen und so den eigenen Körper besser wahrzunehmen. Es gibt allerdings durchaus die Möglichkeit, dass die Fettverteilung dafür sorgt, dass die heutigen Schönheitsstandards nicht erfüllt werden können, beispielsweise weil Bauch, Hüfte, Po oder Beine vom Körper bevorzugt als Fettlagerungsort genutzt werden. Eine weitere Gewichtsreduktion führt dann allerdings eher zu Gesundheitsschäden als dazu, dass diese Problemzone tatsächlich verschwindet.

Das Problem ist grundsätzlich nicht zu viel Körperfett, sondern mangelnde Akzeptanz des eigenen Körpers. Betroffene sollten auf keinen Fall versuchen, mehr Gewicht zu verlieren. Um sich wohler zu fühlen, helfen hingegen Sport und die Arbeit am Selbstbewusstsein. Eine weitere Gewichtsreduktion ist nicht nur gesundheitsschädlich, sondern erhöht das Risiko für Magersucht erheblich. Menschen mit niedrigem BMI sollten zudem verstärkt auf eine ausgewogene Ernährung achten, um Mangelerscheinungen vorzubeugen.

Laut BMI habe ich leichtes Übergewicht. Muss ich abnehmen?

Eine Diagnose ohne die genauen Umstände zu kennen, ist nicht möglich. Bei Unsicherheiten sollten Betroffene den Arzt aufsuchen. In jedem Fall ist es jedoch ratsam, sportliche Aktivitäten auf mindestens zwei bis drei Stunden in der Woche auszubauen, falls dies noch nicht der Fall ist.

Leichtes Übergewicht, also ein BMI zwischen 25 und 29, scheint allerdings sogar Vorteile zu haben. Mollige erholen sich schneller von Operationen und neuere Studien weisen darauf hin, dass das Sterberisiko sogar geringer ist, als bei Normalgewichtigen. Je weiter der BMI Richtung Adipositas zeigt, umso ratsamer ist allerdings eine Gewichtsreduktion. Hierfür sind leichte sportliche Aktivitäten und eine bewusstere und ausgewogenere Ernährung in der Regel langfristig ausreichend.

Welche Alternativen zum BMI gibt es?

Der BMI wird zurecht als nicht-aussagekräftig kritisiert und gilt bei vielen Medizinern und Ernährungswissenschaftlern inzwischen als überholt. Deswegen werden verschiedene andere Indizes genutzt, die aufschlussreicher sein sollen.

1. Waist-to-height ratio (WHtR)

Hierbei wird der Taillenumfang in Beziehung zu der Körpergröße gesetzt. Der Vorteil bei dieser Berechnung ist, dass dadurch eine Aussage über die Verteilung des Körperfettes möglich ist und somit Übergewicht besser eingeschätzt werden kann als beim BMI. Das erlaubt es auch, die gesundheitlichen Risiken besser einzuschätzen.
Um den WHtR zu berechnen, wird der Taillenumfang durch die Körpergröße geteilt. Für Menschen unter 40 gilt ein Wert über 0,5 als kritisch. Über 50-Jährige sollten hingegen einen WHtR unter 0,6 aufweisen.

Damit verwandt ist der Waist-hip Ratio (WHR), der das Verhältnis zwischen Taillen- und Hüftumfang angibt. Bei Männern sollte das Verhältnis kleiner als 1,0 sein, bei Frauen gilt 0,85 als Richtwert. Hintergrund ist, dass bauchbetontes Übergewicht ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bedeutet.

In der Sportmedizin ist auch der HBU bekannt ist. Hierbei wird der Bauchumfang durch den Hüftumfang geteilt. Normalgewicht liegt hierbei bei einem Wert unter 0,8 (Frauen) oder 0,9 (Männer) vor. Adipositas beginnt bei einem HBU über 0,85 bei Frauen und 1 bei Männern.

2. ABSI (A Body Shape Index)

Eine Kombination aus BMI und WHtR stellt der ABSI dar. Er nutzt sowohl Körpergröße, Bauchumfang als auch Gewicht als Kennzahlen, um das gesundheitliche Risiko zu ermitteln. Das als gesundheitsschädigend geltende Bauchfett wird also in die Berechnung miteinbezogen. Auf diese Weise ist es möglich, die Vorteile beider Indizes zu kombinieren. Der ABSI ist allerdings noch vergleichsweise jung und muss in weiteren Studien erst auf seine Aussagekraft überprüft werden.

3. Körperfettanteil

Der Körperfettanteil gilt ebenfalls als wesentliche Kennzahl für gesundheitliche Risiken. Er kann allerdings nur durch technische Hilfsmittel bestimmt werden. Waagen für den Privatgebrauch sind bei der Angabe häufig unzulässig.
Bei Frauen gilt ein Wert zwischen 22-34 % als normal, bei Männern sind es 9-24 %. Auch beim Körperfettanteil ist allerdings das Problem, dass sich der Gesundheitszustand bei Profisportlern nicht damit einschätzen lässt.

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